Blastozystenkultur

In Abhängigkeit von der individuellen Situation des Paares kann der Embryotransfer am Tag 2-3 oder nach verlängerter Embryokultur („Blastozystenkultur“) am Tag 5 (-6)  nach der Eizellentnahme durchgeführt werden.

Am Tag 2 sollten die Embryonen aus 2 – 4 Zellen bestehen, am Tag 3 aus 4 – 8 Zellen. Auch diese „jungen“ Embryonen sind nicht alle gleich. Embryologen können, wenn sie die Schnelligkeit und die Gleichmäßigkeit der  Embryonalentwicklung beurteilen, auch in diesem Stadium etwas über die wahrscheinliche, weitere Entwicklungsfähigkeit der Embryonen aussagen.

Durch verbesserte Kulturbedingungen ist es heutzutage ohne allzu großen Stress für die Embryonen möglich, sie auch 5-6 Tage in Kultur zu halten. In dieser Zeit teilen sie sich im Idealfall weiter und erreichen ein Stadium, in dem sie wie eine kleine Beere aussehen (Morula)  und innen schon einen Hohlraum gebildet haben (Blastozyste). Man kann bei einer Blastozyste auch bereits unterscheiden, aus welchem Teil der eigentliche Embryo und aus welchem Teil die Fruchthöhle werden wird. Embryonen, die sich nach 5 Tagen zur Morula- bzw. Blastozyste entwickelt haben, sind dann kurz vor dem Stadium, in dem sie sich in die Gebärmutter einnisten können.
So weit schaffen es aber nicht alle Embryonen, abhängig vom Alter  des Paares und weiteren Faktoren gelingt das durchschnittlich 30-50 % der Embryonen. Die anderen verharren in einem früheren Stadium und haben keine Chancen, sich einzunisten.

Die Blastozystenkultur ist in Deutschland erlaubt. Was wir allerdings nach dem Embryonenschutzgesetz vermeiden sollen, ist eine geplante „Vorratshaltung von Embryonen“, d. h. Embryonen sollen nur im Notfall kryokonserviert werden. Wir benötigen also unsere ganze Erfahrung, um zu entscheiden, wie viele Vorkerneizellen bei einem Paar individuell weiter kultiviert werden sollen, um möglichst die vom Paar gewünschten ein oder zwei entwicklungsfähigen Embryonen übertragen zu können. Diese Entscheidung müssen wir in jedem Einzelfall begründen.