Kryokonservierung von Vorkerneizellen

Am Tag nach der Eizellentnahme kann man bei IVF- und ICSI-Behandlungen erkennen, ob ein Spermium in eine Eizelle eingedrungen ist und ob Ei- und Samenzelle auch aktiv geworden sind und erste Schritte hin auf eine Befruchtung erfolgreich durchlaufen haben.

Im günstigen Fall sehen wir bei der mikroskopischen Beurteilung dann in den Eizellen zwei Vorkerne – einen mit der väterlichen und einen mit der mütterlichen Erbinformation (=Vorkerndiagnostik, Pronukleusdiagnostik). Die eigentliche Befruchtung, d. h. die Verschmelzung von väterlichem und mütterlichem Erbgut hat zu diesem Zeitpunkt noch nicht stattgefunden.
Sollten mehr Eizellen das Vorkernstadium erreichen, als die Patientin sich einsetzen lassen will, können wir überzählige Pronukleuszellen in einem schonenden Gefrierverfahren computergesteuert einfrieren (=kryokonservieren) und in flüssigem Stickstoff bei -196 °C lagern.
Die zunächst kryokonservierten Pronukleuszellen können dann in einem späteren Zyklus ohne erneute Stimulation und Eizellentnahme in die Gebärmutter übertragen werden und erhöhen so die Chance für den Eintritt einer Schwangerschaft pro Punktion. Statistisch überstehen 2/3 der Pronukleuszellen die Kryokonservierung gut, die Chancen für eine Schwangerschaft in einem Auftauzyklus liegen bei ca. 25 %.

Die Kryokonservierung wird weltweit seit vielen Jahren erfolgreich durchgeführt. Es wurden keine besonderen Risiken beobachtet, die gegen dieses Verfahren sprechen würden, insbesondere wurde kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen bei den geborenen Kindern gefunden.